In Memoriam Stéphane Moreau (Chablis)

Letztes Jahr ist der französische Winzer Stéphane Moreau leider viel zu jung mit 47 Jahren unerwartet verstorben. Stéphane war ein Winzer-Jünger von Didier Dagueneau † (Loire) and Vincent Dauvissat (Chablis). Wer die beiden letzten Namen kennt, weiß, dass dies Koriphäen in der aktuellen Geschichte des französischen Weinbaus waren bzw. sind. Den Betrieb führt aktuell die Witwe von Stéphane, Virgine, in Zusammenarbeit mit Stéphanes ehemaligen „Assistenz“-Winzer fort.

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Stéphane Moreau †

Die Domaine Moreau-Naudet ist eine der wenigen Weingüter, die mit ihrem Anwesen direkt in der kleinen Altstadt von Chablis verwurzelt ist. Stéphane arbeitete aus Überzeugung ohne den Einsatz von Herbiziden und Pestiziden, was in Chablis überhaupt nicht selbstverständlich ist. Manuelle Ernte, akribische Arbeit vor der Gärung auf Sortiertischen, Spontangärung (keine Reinzuchthefen) und nur eine minimale Filtration der Weine waren sein Standard.

Im Andenken an Stéphane möchte ich seinen kleinsten Wein vorstellen und dazu einladen, die Weine aus seiner Schaffenszeit – die aktuell noch verfügbar sind – zu kaufen. Ja, zu kaufen! Warum?

„Petit Chablis“, Moreau-Naudet, (Petit) Chablis, 2014, 12,5%, ca. 14,00€

Schon sein einfacher »Petit Chablis« („kleiner Chablis“) ist eine Klasse für sich! »Petit« ist er auf gar keinen Fall… im Gegenteil, es ist der beste Petit Chablis, den ich bisher im Glas hatte. Wer die Basisweine in Chablis kennt, weiß, dass es frustrierend einfache Weine in der Klasse »Petit Chablis« oder »Chablis« gibt. Stéphanes Weine sind im Gegensatz dazu eine Wohltat für die geschundenen Chablis-Sinne.

Der Kleine hat eine mittelkräftige bis blasse strohfarbene Farbe. In der Nase nasser Stein, Zitrone, Kalk, Salz, dezente Butter, Zitronenzeste, Popcorn, etwas Heu, Nüsse, Blüten, Feuerstein und grüner Apfel. Ein total klarer und präziser Wein, der einfach Spaß macht.

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Im Mund ebenso präzise und kristallin mit straffer Säure. Auch hier viel Zitrus und Mineralität. Ein Wein mit vibrierender Substanz und energetischer Spannung, der am zweiten Tag noch besser war. Ein Petit Chablis? – Nicht wirklich!

Den Jahrgang 2014 hat Stéphane perfekt auf die Flasche gebracht. Ich vermute, dass dieser Wein richtig gut reifen kann, wie lange ist jedoch schwierig zu sagen.

Definitiv ein genialer Wein für Meeresfrüchte. Wir jedoch – um hier aus dem Rahmen zu fallen – hatten den Wein zu einer „unechten“ italienischen Carbonara (will heißen mit Sahne). Der Stoff schnitt mit seiner präzisen Säure wie eine Messer durch die Soße der Carbonara, den Speck und den Käse.

Der Jahrgang 2015 war der letzte Jahrgang aus Stéphane Moreaus Händen. Seine Weine wird es so nie wieder geben. Bei vinatis.de gibt es aktuell noch drei Weine aus seiner Schaffenszeit, u.a. auch noch einen »Grand Cru« (Valmur). Sein bekannter »1er Cru Forêts« ist leider schon vergriffen. Großartige Weine, die auch reifen können. Chapeau Stéphane Moreau! Hier kann man die Weine kaufen:

»Domaine Moreau-Naudet Petit Chablis 2014«

»Domaine Moreau-Naudet 1er Cru Vaillons 2015«

»Domaine Moreau-Naudet Grand Cru Valmur 2015«

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Besuch beim Weingut Salwey

Am Tag der Deutschen Einheit (03.10.17) hatte das Weingut Salwey (www.salwey.de) ihre Probierstube geöffnet. Eine gute Gelegenheit den freien Tag gemeinsam mit meiner Familie und Freunden zu nutzen, um meiner Weinleidenschaft nachzukommen, einen schönen Herbstspaziergang im Kaiserstuhl zu machen und später in einer Straussenwirtschaft zu Abend zu essen.

Das Weingut Salwey, gelegen in Oberrotweil im Kaiserstuhl, zählt für mich persönlich aktuell mit Huber und Ziereisen zu den drei Top-Weingütern im südbadischen Raum.imag2021.jpg Nicht umsonst hat das Magazin Falstaff das Weingut Salwey 2017 zum „Winzer des Jahres“ gekührt. Auch wenn ich mich in der Verkostung lediglich auf die gehobeneren Gewächse konzentriert habe (RS & GG), muss ich zugeben, dass die Qualität und Feinheit von Konrad Salweys Weinen in den letzten Jahren nochmal gestiegen ist.

Die Gutsweine habe ich aus Zeitgründen übersprungen. Aber, wie ich aus der Vergangenheit noch weiß, liefert Salwey selbst bei seinem einfachen Literspätburgunder schon sehr ordentliche Qualität. Zu erwähnen ist hier auch der hocharomatische Muskateller, eine Sorte, die man eher selten am Kaiserstuhl antrifft, die aber durchaus noch immer in der Gegend verwurzelt ist.

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Blick Richtung Vogesen und Frankreich

Leider waren die Weissburgunder in der RS und GG-Linie schon alle ausverkauft, so dass nur noch Grauburgunder und Spätburgunder vorhanden waren. Gott sei Dank sind Salwey Grauburgunder alles andere als typisch für den Kaiserstuhl. Alle Weine der RS und GG-Linie – ob weiß oder rot – kommen mit sehr niedrigen Alkoholgehalten von 12-12,5% daher. Sehr untypisch für eine der wärmsten Regionen Deutschlands. Salwey erntet bewusst früh, um vor allem auch die Säure zu haben, die vielen kaiserstühler Weinen fehlt. Besonders positiv überrascht haben mich seine exzellenten Spätburgunder aus dem Jahrgang 2014.

Grauburgunder, RS, 2015, 12,5%: sehr frische Nase mit Noten von Birne und Apfel, frische knackige Säure, trinkig, schlank, noch sehr jung

Grauburgunder, GG Henkenberg, 2014, 12%: deutlich reifere Nase als der RS, dennoch schön schlank mit gut eingebundener Säure

Grauburgunder, GG Eichberg, 2014, 12%: deutlich mineralischere Nase als der Henkenberg und der RS, etwas dezentes Karamell, salzig, frisch und straff, das größte Lagerpotential, der beste Grauburgunder des Kaiserstuhls?

Spätburgunder, RS, 2014, 12,5%: man sieht sofort 2014 wurden die Weine nicht filtriert, hammer Nase (!), sehr fein und elegant, süße Kirsche (nicht gekocht) und Gewürze, feine kleine Waldbeeren, mittelkräftiges Tannin und schöne Säure im Mund, der 2014er RS ist einer der besten Spätburgunder aus Deutschland im Preissegment 10-20€, die ich bisher im Glas hatte, Reifepotential ist da

Spätburgunder, GG Henkenberg, 2014, 12,5%: Nase deutlich zurückhaltender als beim RS, braucht noch Zeit, viel subtiler als der RS, mineralisch-würziger Geschmack

Spätburgunder, GG Eichberg, 2014, 12,5%: mineralischer als der RS und der GG Henkenberg, eine Mischung aus RS und GG Henkenberg, sehr verspielt zwischen Würze und süßer rot-schwarzer Frucht (eher rot), aber deutlich mehr Rückrat, gutes Lagerpotential

Kristalliner Bergwein von Ermes Pavese

Etwas mehr als ein Jahr sind seit meinem letzten Blogpost vergangen – eine lange Zeit – fühlt sich allerdings nicht so an. Mein Sohn ist ungefähr genauso alt. In dieser Zeit habe ich einige gute Weine trinken dürfen und hätte auch gerne darüber geschrieben, aber die Prioritäten waren einfach andere.

Nach längerer Pause ist dieser Blog ab jetzt aus der Elternzeit zurück. Ein neues Outfit habe ich ihm verpasst, wesentlich klarer und lesbarer wie ich finde. Eine gute Grundlage, um wieder häufiger über Wein zu schreiben. Damit sind wir beim Thema:

„Blanc de Morgex et de la Salle“, Ermes Pavese, Vallée d’Aoste, 2014, 12%, ca. 13,00€

Schon irgendwie ein Wein für Freaks. Sieht man schon an der eigenartigen Flasche und an dem noch viel eigenartigerem Etikett. Schwer zu bekommen ist das Zeug. Das Meiste davon wird nämlich vor Ort getrunken und findet den Weg in den Export erst gar nicht. blanc-de-morgex__prodottiCa. 35.000 Flaschen produziert Ermes Pavese jährlich von diesem Wein. Es ist damit definitiv sein wichtigster Wein.

Ermes Pavese (www.ermespavese.it), der das Weingut erst im Jahr 1999 gegründet hat, bewirtschaftet lediglich 3ha Weinberge (vielleicht inzwischen etwas mehr) in Morgex und Umgebung. Das Wort „WeinBERGE“ ist in diesem Fall wörtlich zu nehmen. Denn Morgex befindet sich am äußersten Ende des Aostatals nahe der französischen und schweizerischen Grenze, direkt vor dem höchsten Berg der Alpen, dem Mont Blanc. Die Reben von Ermes stehen auf einer Höhe von 900-1200 Metern über dem Meeresspiegel. Ein echter Bergwein also!

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Die einzige Rebsorte, die bei ihm eine Rolle spielt, ist die autochthone Rebsorte Prié Blanc. Eine weiße Sorte, die man inzwischen fast ausschließlich in der kleinsten italienischen Weinregion, dem Vallée d’Aoste findet. Sie treibt spät aus und wird früh reif, was logischer Weise ideal für die klimatischen Bedingungen in den Bergen ist. Die Reben in dieser Region sind noch immer wurzelecht, d.h. sie waren nie von der Reblauskatastrophe im 19. und 20. Jhd. betroffen. Erzogen wird sie an niedrigen Pergolen, die möglichst bodenah sind, um so die im Boden gespeicherte Sonnenwärme des Tages auch bei Nacht an die Trauben abzugeben und sie so vor sehr kalten Nächten zu schützen.

Wie man sich vorstellen kann,  war und ist die Bewirtschaftung dieser Rebanlagen keine einfache Aufgabe, so dass Mitte des 20. Jhds. Pfarrer Abbé Alexandre Bougeat eine Initiative zur Rettung der Weinberge gründen musste, damit der Weinbau in der Region nicht gänzlich aufgegeben wurde. Er hatte Erfolg. Seit 1985 darf sich der „Blanc de Morgex et de la Salle“ mit einem DOC-Siegel schmücken. Insgesamt sind in dieser DOC lediglich 29ha mit Prié Blanc bestockt.

Der Wein hat farblich eher ein helleres Strohgelb. Die erste Nase ist super präzise und klar! Sehr mineralischer Stoff wie ich finde, kristallklar wie Gletscherwasser, eine echte „Laser“-Nase. Ich finde hier säurehaltige Zitrusfrüchte, aber auch dezente Noten von tropischen Früchten, die weit im Hintergrund mitschwingen, Salz und Kalk. Mich erinnert der Wein an Riesling von Kalkböden oder Chardonnay aus Burgund.

Aktuell weiß ich nicht einmal, ob man den Wein überhaupt in Deutschland kaufen kann. Wer irgendwo Flaschen aufschnappen kann, sollte sich eindecken!

DER Guts-Riesling?

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Lecker lecker!

Guts-Riesling – also der Einstiegswein – vom Weingut Wittmann aus Rheinhessen, genauer gesagt Westhofen:

„Riesling“, Weingut Wittmann, 12,5%, 2014, ca. 10€

Schlimmes Etikett, auch farblich, aber er ist fast unverkennbar in der Nase: Mineralität (Salz, Kalk – auch wenn man das vermeintlich nicht riechen kann), kristallklar in der Nase untermalt von Frucht: verdeckte Mango, verdeckter Pfirsich, Zitrus (!), Vanille – das alles in sich fein verwoben. Große Klasse für einen 10€-Riesling.

Im Mund zupackend zitrusfrisch und je nach Jahrgang mit laserstrahlartiger Säure (ich erinnere mich noch sehr gut an den Jahrgang 2012). Fließt einfach runter der Stoff. Ebenso je nach Jahrgang mal länger anhaltend im Nachklang, mal kürzer, grundsätzlich aber für die Preiskategorie eine Klasse für sich.

Für mich ein „must-buy“ (6 Flaschen) in einem passenden Jahr! Für das Jahr 2014 kann man jetzt entspannt eine Kiste kaufen.

Das erste Mal Meursault

Ich bin am 17.08.2016 Vater geworden. Um das gebührend zu feiern, habe ich was schönes für meine Frau und mich gekocht (Jakobsmuscheln mit gerösteten Tomaten, weißem Bohnenbrei, Prosciutto und Rucola) und einen besonderen Wein aufgemacht: einen Meursault. Dazu gleich vorweg: einer der größten Weißweine, die ich bisher getrunken habe. Leider nicht ganz billig.

Antoine Jobard Meursault
Antoine Jobard Meursault

„Meursault“, Antoine Jobard, 2011, 13%, ca. 55€

Meursault ist eine Stadt im Burgund und befindet sich an der Côte d’Or („Goldküste“), genauer gesagt der Côte de Beaune (etwa: „gute Küste“). Die Region um Meursault gilt als heiliger Gral für komplexe, reiche und mineralische Weißweine. Hier entstehen aus Chardonnay nach einhelliger Meinung einige der besten Weißweine der Welt. Hier wird seit Jahrhunderten Weinbau betrieben. Schon in vorchristlicher Zeit war Burgund berühmt für seine Weine. Ab dem 12. Jahrhundert arbeiteten hier Bendektiner- und Zisterziensermönche besondere Lagen (Crus) und Einzellagen (Climats) heraus. Keine andere Region der Welt ist so detailiert in seiner Qualitäts- und vor allem Lageneinstufung wie Burgund. Vereinfacht kann dies so dargestellt werden:

  1. Grand Cru (nur 30 Lagen)
  2. Premier Cru (oder 1er Cru, 622 Lagen)
  3. Village (Ortswein, z.B. „Meursault“ oder „Pommard“)
  4. Bourgogne (rouge oder blanc, also rot oder weiß)
Jakobsmuscheln
Jakobsmuscheln

Als wichtiger Hinweis für alle, die sich ins Burgund eintrinken wollen, sei hier erwähnt, dass es in erster Linie nicht so sehr auf die Lage oder die Qualitätsstufe ankommt, sondern vielmehr auf den Faktor Mensch, den jeweiligen Winzer. Es lohnt sich hier also Weinhändlern zu vertrauen, die sich im Burgund auskennen. In Meursault gibt es keinen als „Grand Cru“ klassifizierten Weinberg, sondern lediglich „Premier Crus“. Bei dem hier getrunken Wein handelt es sich „lediglich“ um einen Ortswein (Village). Dieser Ortswein hatte es jedoch schon in sich:

Kräftiges, goldenes Gelb im Glas. Erste Nase: super tiefgründiger Stoff, aber äußerst fein gewoben. Salz, Kalk, Butter, feine Bourbon-Vanille, leicht nussig, etwas Karamell, Ananas, Zabaione, Zitrus, stechendes Jod, reife Kiwi – was auch immer man alles riechen könnte: der Wein ist komplex, super tiefgründig, einfach ein großartiger Weißwein. Dabei bleibt der Wein trotz seiner Fülle immer elegant. Beim Trinken wird er durch eine äußerst feine Säureader getragen. Die Säure wird mit der Reife weicher werden. Sehr saftiger Stoff mit enormer Spannung im Gaumen und langem Zitrus-Nachhall. Gekonnt vinifiziert: dicht und persistent, dennoch immer grazil. Der Wein hat sicherlich noch 5 Jahre vor sich, in denen er gut trinkbar sein wird, vielleicht noch länger. Für mich schon groß.

 

Gute rote Bourgogne unter 20 Euro

Gibt es das überhaupt? Und überhaupt, was heißt hier „gut“? Lange habe ich daran gezweifelt in Deutschland einen guten roten Burgunder – ja, einen Pinot Noir, der auch aus dem Burgund in Frankreich stammt – für unter 20€ finden zu können. Tatsächlich muss ich sagen, dass die Ausbeute bisher nicht sehr groß war, aber da ich Pinot Noir liebe, trinke ich auch viel davon. Aus diesem Erfahrungsschatz möchte ich heute zwei Weine aus Frankreich teilen, die ein solides Weinvergnügen bieten und die in Deutschland für 15-18€ zu haben sind:

„Bourgogne“, Patrice Rion, 2012, 12,5%, ca. 18€

„Bourgogne“, Domaine Gulliot-Broux, 2013, 13%, ca. 15€

Was meine ich mit „gut“? Man sollte nicht erwarten bei diesen beiden Weinen einen sehr tiefgründigen Grand Cru oder 1er Cru im Glas zu haben. Pinot gehört zudem sowieso zu den zarten Vertretern des Rotweins. Mit Domaine Guillot-Broux Bourgogne„gut“ meine ich, dass diese beiden Weine in ihrer Machart so niemals in Deutschland – und zudem in dieser Preiskategorie – zu haben wären. Sie sind von ihrer Stilistik unterschiedlich und beide dennoch erkennbar nach Frankreich, genauer gesagt ins Burgund, verortbar. Wer abseits von deutschen Spätburgunder einen ersten Schritt in das „echte“ Burgund wagen möchte, ist mit diesen beiden Vertretern sehr gut beraten.

Patrice Rion - BourgognePatrice Rions (www.patricerion.com) Pinot wirkt wesentlich weicher und runder in Nase und Gaumen als Guillot-Brouxs. Rions Trauben stammen von der Côte d’Or, genauer gesagt aus der Gegend bei Nuits-Saint-Georges, also aus dem nördlichen Teil des Burgund. Auch farblich unterscheiden sich beide Weine voneinander. Rions Burgunder zeigt sich in einem strahlenden Rubinrot, welches mit der Reife deutlich mehr ins rostfarbene übergeht, mit mittelkräftiger Intensität. Klassisch für einen Pinot, ist der Wein gut durchschaubar.

Was Rion hier als Visitenkarte in die Flasche zaubert ist schon beachtlich. Die Nase zeigt sich sehr charmant: erinnert an klein-beerige Waldfrüchte, die zwar eine gewisse Reife in sich tragen, aber auch die nötige Säure mitbringen. Eine charmante Süße schwingt in die Nase, wirklich differenzierbar sind die Sorten von Waldfrüchten zuerst nicht, es ist ein kleiner Früchtekorb. Hagebutte (viel davon), rote Johannisbeere, etwas Süß- oder Sauerkirsche, sehr dezent lässt sich Vanille und etwas Piment erahnen. Bei aller Reife, die auch an Fruchtsaft oder rote Grütze erinnert, wird der Wein von einer „Kühle“ getragen, die ich so nur aus Burgund kenne.

Weinbaugebiet Frankreich (Burgund)
Weinbaugebiet Burgund in Frankreich

Auch beim Trinken zeigt sich Rions Einstiegswein rund und charmant ohne langweilig zu sein. Es macht einfach Spaß ihn zu trinken. Säure und Tannin sind mittelkräftig vorhanden und geben dem Wein eine gewisse Langlebigkeit. Der 2012er ist jetzt (2016) immer noch gut trinkbar und wird dies voraussichtlich auch noch in den nächsten 2-3 Jahren sein, was meines Erachtens für einen Einstiegswein schon beachtlich ist. Einfach ein schöner und runder Burgunder für unter 20 Euro! Hier kann man den Wein kaufen:

Weinhandlung Drexler Freiburg

Guillot-Brouxs (www.guillot-broux.com) Einstiegswein stammt aus dem südlichen Teil des Burgund, genauer gesagt dem Mâconnais. Farblich wirkt der Wein dunkler (wenn auch durchschaubar) und wilder als Rions Bourgogne. Die Nase ist sehr ordentlich und ebenso ansprechend: Weichselkirsche, Himbeere, Kirschsaft (wirkt animierend Süß), etwas Wald und ordentliche Würze (Zimt und Nelkenpfeffer). Das Bouquet macht Freude, da es schon eine gewisse Tiefgründigkeit aufweist. Durch seinen ätherischen Touch erinnert der Wein entfernt auch an Kinder Em-eukal.

Dem Wein fehlt leider etwas Substanz beim Trinken. Gerbstoff weist der Wein wenig auf, dafür eine angenehme Säure. Dennoch ist dies für mich eher ein Wein zum Essen, der einen tollen Trinkfluss mitbringt.

Definitiv der beste rote Burgunder, den ich für solch einen Preis (14,90€!) bisher in Deutschland gekauft habe. Hier kann man den Wein kaufen, wenn er wieder verfügbar ist:

K&U Weinhalle Nürnberg