Taittingers Prélude Grands Crus

„Nach dem Sieg verdienst du ihn, nach der Niederlage brauchst du ihn.“ – Napoleon Bonaparte (1769-1821)

Ein etwas ausgelutschtes und oft gehörtes Zitat von Napoleon über eines seiner Lieblingsgetränke: Champagner. Auch wenn ich grundsätzlich nicht dagegen bin Champagner zu jeder Jahreszeit und auch ohne spezifischen Anlass zu öffnen, öffnet das Gros der Menschen einen Champagner immer noch zu einem meist festlichen Anlass. Weihnachten und Silvester kommen da wie gelegen, auch wenn guter Champagner nicht gerade günstig ist.

Champagner von unabhängigen kleinen Winzern (récoltant-manipulant oder vignerons), auch Winzerchampagner genannt, ist seit Jahren stark im Kommen. Den Weltruf der Champagne, und auch dessen geografische und markenrechtliche Abgrenzung, haben jedoch die großen Handelshäuser (maisons) der Champagne begründet und errungen.

Wenn es um zuverlässige non-vintage (NV) Champagner geht (ein Champagner, der aus mehreren Jahrgängen und auch Lagen „gemischt“ wird), führt fast kein Weg an den etablierten und großen Häusern der Champagne vorbei. Gerade diese verfügen über Möglichkeiten, die ein kleiner Winzerbetrieb eben nicht hat: Eine breite Auswahl an Weinen aus dem ganzen Champagnergebiet, ausreichend Reserve-Weine, gut bezahlte Kellermeister, die ihr Handwerk verstehen und die finanziellen Mittel um einen NV-Champagner auch erst nach 3-5 Jahren auf den Markt bringen zu können.

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Die Kreideböden der Champagne sind nicht nur gut für die Reben, sondern auch für die anschließende Weinlagerung. Ausschnitt der Kreidekeller Taittingers. © Carmen Moya

Ein noch immer familiengeführtes, oder sollte man besser sagen seit 2006 wieder familiengeführtes Unternehmen, ist Taittinger (wobei der das Unternehmen seitdem Rückkauf durch Pierre-Emmanuel Taittinger wohl noch immer der Bank Crédit Agricole gehören sollte). Das „erst“ 1931 gegründete Unternehmen Taittinger besitzt heute sagenhafte 288ha eigene Weinberge in der Champagne. Keine Selbstverständlichkeit für eine relativ bekannte Champagnermarke. Und diese decken bei Weitem nicht mal den eigenen Bedarf. Rund 50% an Trauben muss zugekauft werden.

Das Haus Taittinger arbeitet seit Jahrzehnten qualitätsbewusst und verwendet für eigene Produkte nur die erste Pressung (auch cuvée genannt). Die taille (Most der zweiten und dritten Pressung) tauscht man mit anderen Erzeugern gegen die cuvée.

champagne-taittinger-prelude-brut-grand-crus_1280x1280»Prélude Grands Crus«, Taittinger, Champagne, NV, 12,5%, ca. 42€

Das im Champagner »Prélude Grands Crus« (PGC) verwendete Traubengut stammt ausschließlich von Grand Cru klassifizierten Weinbergen bzw. Gemeinden. Das klassische Champagner-Rezept (sofern es denn solch eines gibt) besteht in der Regel aus Pinot Noir, Pinot Meunier und Chardonnay. Dieses Konzept wird hier minimal gebrochen. Es werden 50% Chardonnay und 50% Pinot Noir verwendet. Der Chardonnay stammt von der »Côte des Blancs« aus den Gemeinden Avize und Le Mesnil-sur-Oger. Der Pinot Noir stammt von der »Montagne de Reims« aus dem Gemeinden Bouzy und Ambonnay. Der PGC enthält bis zu 25% Reserve-Weine. Es ist „nur“ ein non-vintage Champagner. Aber der Ruf eines Hauses gründet sich ja bekannter Weise genau auf seine „jahrgangslosen Produkte“. Taittinger gönnt diesem NV, was die meisten Häuser ihren Jahrgangsprodukten gönnen: Ganze fünf Jahre auf der Hefe… (ja, fünf Jahre gebundenes Kapital)!

Karte Champagne
Im oberen Teil der Karte, zwischen Reims und Épernay, sieht man das Herz der Champagne. © champagne.fr

Der PGC zeigt eine feine Perlage und ein mittelkräftiges, leicht grünlich wirkendes Strohgelb. Direkt nach dem Entkorken der Flasche noch leicht laktisch in der Nase, etwas würzig, reifere Frucht schimmert im Hintergrund durch. Eine leise Süße ist wahrnehmbar, die an Honig erinnert. Im Gaumen cremig agierend mit mittelkräftigem Körper.

Nach etwas mehr Zeit an der Luft erinnert mich sein Geruch auch an guten Chablis. Er wirkt immer mehr stahlig-salzig in Nase und Mund. Aromen von Brotkruste, Zitrus, Salz, Gewürzen und Feuerstein steigen aus dem Glas empor. Alles in einer eleganten Stilistik und nicht „laut“.

Was den PGC für mich so einzigartig macht, ist seine schöne Balance zwischen weinigem, körperreicherem Stil und dieser fraîcheur und Sprizigkeit, die ein guter Champanger für mich einfach haben muss. Auch die Säurestruktur des PGC zeigt diese Balance. Sie ist frisch, gleichzeitig jedoch auch angenehm weich wirkend.

Nach 24 Stunden unter dem Champagnerverschluss immer noch richtig gut in Schuss. Die Mineralität ist jetzt noch ausgeprägter als am Tag zuvor. Im Englischen würde man sagen „with striking minerality“. Jetzt zeigen sich Backwaren, Mirabellen, Limonen, etwas Apfel, Salznüsse und dezente Honignoten im Bouquet.

Ein Champagner der das Rückgrat besitzt auch als Essensbegleiter eingesetzt zu werden. Fisch, Meeresfrüchte oder Pasteten wären zum Beispiel passend. Definitiv ein NV-Champagner der ganz oben in der NV-Liga mitspielt und auch ohne Essensbegleitung einen passenden prélude für Weihnachten oder Silvester bietet. Bei vinatis.de könnt ihr Taittingers »Prélude Grands Crus« kaufen:

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